Archiv der Kategorie: Fortbildungen

Kurs mit Kurt Murauer, Altkalifornische Reitweise mit Hackamore

Zurück von einem spannenden Kurs mit Kurt Murauer am Hof von Susanne Zanesco.
Basierend auf der altkalifornischen Reitweise mit der Hackamore, unterrichtete Kurt mit viel Fachwissen und Geduld.
Er ging dabei auf jedes Pferd-Reiterpaar ein und blieb jederzeit freundlich und fair zum Pferd.
Wieder ein Beweis dafür, dass sich physiologisch wertvolles Training nur mit einer gesunden Psyche verträgt; oder um es mit Kurts Worten zu sagen „Ausbildung statt Abrichtung“.
Danke für die tolle Organisation und das nette Ambiente.

Centered Riding Open Clinic bei Roswitha Schreiber-Jetzinger

Ende Mai fuhr ich nach Bierbaum am Kleebühel (Niederösterreich) um bei Rosi Schreiber-Jetzinger eine Open Clinic im Centered Riding zu besuchen. Rosi ist Centered Riding Level 3 Instruktorin, eine der wenigen in ganz Österreich, und unterrichtet auf ihrem Hof Kinder und Erwachsene im Reiten aus der Körpermitte. Reiten aus der Körpermitte setzt sich aus den vier essentiellen Pfeilern zusammen:

  • Sanfte Augen
  • das richtige Atmen
  • Sitzen im Gleichgewicht
  • aufeinander aufbauenden Bausteinen.

Vor meinem Kurs hatte ich das Buch der CR-Begründerin Sally Swift geschenkt bekommen und konnte mich  also theoretisch schon etwas darauf vorbereiten. Wie es aber so häufig der Fall ist, schaut die Praxis dann doch ganz anders aus und so bekam ich in diesen zwei Tagen eine Idee für ein ganz neues Körper- bzw. Reitgefühl. Natürlich ist es nicht möglich von heute auf morgen seine alten Gewohnheiten abzustellen; schon garnicht wenn man das Reiten so ganz klassisch in Reitschulen gelernt hat: „Brust raus, Bauch rein, Zehenspitzen zum Pferdemaul!“ sind nur einige der häufig lautstark bekräftigten Anweisungen der Reitlehrer, welche wohl jeder kennt. Viele dieser grundsätzlich gut gemeinten Ratschläge lassen sich allerdings so garnicht mit einem gesunden Bewegungsablaufes des Reiters, aber auch des Pferdes vereinbaren: Taktstörungen, Lahmheiten, aber auch Rückenschmerzen und allgemeine Verspannungen können die Folge sein.

Die Vormittage widmeten wir ausschließlich der umfangreichen Theorie: Am Trampolin bewegen bzw. bewegen lassen, Zügelübungen mit einem menschlichen Partner,  Erspüren der Sitzbeinhöcker mit und ohne Franklin-bälle, aber auch diverse andere Übungen mit bildlichen Vorstellungen zur Körperwahrnehmung, welche am Nachmittag auf das Reiten übertragen wurden. Rosis gut ausgebildete Fjordpferde reagierten schon auf die kleinsten Veränderungen unserer Körperpositionen und waren uns vorallem deshalb sehr gute Lehrmeister. Zuhause gestaltete sich das Training mit meiner Stute noch einmal etwas anders, da man schneller in alte Muster verfällt. Nun reite ich etwa zehn Wochen (Stand 8/2017) nach diesem neuen Prinzip und ich bin unheimlich begeistert, welche Veränderungen sich bei mir und meiner Stute einstellen: Wir sind beide viel gelassener und ich spüre ihren Takt und die Bewegungen viel besser und genauer, da ich nicht mehr so oft das Gefühl habe am Pferd zu sitzen, sondern viel mehr „in ihm“. Schon mit meiner Atmung kann ich so unheimlich viel erreichen (z. B. Schneller werden = Segelschiff anpusten, langsamer werden = Anker in den Boden sinken lassen).  Unser Körper ist reich an Nerven versorgt (Innervation) und durch diese lassen sich kleinste Veränderungen in der Körperspannung herstellen. Wenn ich mir also vorstelle, dass ich ein Segelschiff mit meinem Atem vorwärts puste, dann ändert sich auch meine Muskulatur und Körperhaltung bzw. gibt treibende Impulse. Umgekehrt kann ich so natürlich auch meine Muskulatur entspannen und das Pferd verlangsamen bzw. bremsen.

Eine tolle Ergänzung also zu meinem bisherigen Training und natürlich auch wieder viel Input für mich selbst.

Teilnahme am Vortrag „TTouch für Haustiere“

Vor ein paar Wochen war ich Zuhörerin bei einem Vortrag, in dem es ganz allgemein um Tiere ging. Als Pferde-, Katzen- und Schildkrötenbesitzerin wollte ich schon länger wissen, wie man auch den nicht wiehernden Vierbeinern etwas Gutes tun kann. Da ich vor ein paar Jahren schon mal zwei Pferdekurse zum Thema Tellington (Körperarbeit und Bodenarbeit) besucht hatte, interessierte mich natürlich auch der Einsatz bei Kleintieren, u. a. Reptilien.

Referentin Astrid Huber lebt in Altmünster bei Gmunden und gibt in ganz Österreich Seminare über Tierkommunikation und TTouches. Sie lebte einige Jahre im Ausland und absolvierte auch in England ihre Ausbildung zum Tellington-Practitioner. Ihre Kunden sind vorwiegend Katzen und Hunde, aber auch größere und kleinere Tiere und deren Besitzer zählen zu ihrem Kundenkreis.
In dem von mir besuchten Vortrag, erklärte sie die Entstehung, Grundlagen und Wirkungen zur Tellington-Arbeit. Außerdem demonstrierte sie an uns Teilnehmern die feinen Abstufungen der Druckstärken und unterschiedliche Handgriffen.
Auch Zuhause wende ich bei meiner „Unfallkatze“ Eddy die sanften Berührungen an, ein paar Mal hatte ich sogar das Körperband* im Einsatz. Allerdings scheint mir dieses, aufgrund der kleinen Körperareale einer Katze, weniger praktikabel als beispielsweise am Pferd.

*Körperband: Ein elastisches Seil oder eine Bandage die in Form einer Acht um das Tier gelegt wird. Dies soll das Körperbewusstsein schulen und die Rezeptoren in der Haut stimmulieren.

Kursteilnahme am Funktionellen Taping (Human)

Palpieren (Abtasten), Zuschneiden, Kleben – in Kurzfassung drücken diese drei Begriffe das Taping, also das Anbringen von farbigen Klebebändern am Körper, aus.
Natürlich geht es im Gebrauch aber um mehr als das bloße Anlegen von bunten Bändern, nämlich um Tonisierung und Entlastung bzw. Stütze bestimmter Körperbereiche. So können etwa verspannte Nacken-/Schultermuskeln relaxiert oder die Achillessehne unterstützt werden. Vor allem Sportler profitieren von dieser sanften Trainingsbegleitung, da die eingesetzten Tapes nicht auftragen und hervorragend stark beanspruchte Areale schützen.
Außerdem können sie für jede Altersgruppe angewendet werden, da gerade auch Kinder sehr gut auf Reize über die Haut (Rezeptoren) ansprechen und ältere Menschen manchmal nur ein wenig Aufrichtung bzw. Wahrnehmung des Körpergefühls benötigen.
Die Auswahl der Farben richtet sich nach dem Einsatz: pink wirkt wärmend und durchblutungsfördernd, blau kühlt und detonisiert, gelb ist für den längerfristigen Gebrauch angezeigt.
Übertragen lässt sich diese Erkenntnis natürlich auch auf den Tierbereich, denn es ist durchaus auch möglich Pferde zu tapen. Wenn Sie mehr Informationen brauchen oder sie selbst bzw. ihr Tier ein Tape benötigen, dann können Sie mich gerne kontaktieren.

Besuch des MTAP-Symposiums in Würzburg

Zurück von einem spannenden Symposium der MTAP (Manuelle Therapie am Pferd) in Würzburg.
Ich bin noch immer geflutet von den umfangreichen Informationen, welche ich erst einmal in meinem Kopf sortieren muss. 🙂
Selten ergibt sich die Möglichkeit so viel geballtes Fachwissen zu hören: 6 Referenten mit ganz unterschiedlichem Background (u. a. Biologin, Tierärztin, Schmied, …) füllten diesen Tag mit lehrreichen Themen z. B. über die elektromyograpische Darstellung mit und ohne Reiter, Bewegungstraining und Rehabilitation, Instabilität der Sprunggelenke und deren mögliche Ursachen.
Ein Highlight waren für mich vor allem die Vorträge von Dr. Kathrin Kienapfel von der Uni Bochum sowie dem Pferdewirtschaftsarbeiter und Osteopathen Ralf Döringshoff.
Beide stellten auf sehr anschauliche und unterhaltsame Art und Weise den Zusammenhang der Biomechanik und dessen reiterlichen Einflusses auf das Pferd dar, aber näherten sich ihrem beruflichen Hintergrund entsprechend anders dem Thema an. Interessant waren vor allem die wissenschaftlichen Belege einer Forschungsstudie, dass die muskuläre Aktivität bei einem in Hyperflexion gerittenen Pferd krampfartige Ausschläge am Kopf-Arm-Muskel (M. brachiocephalicus) zeigt. In der Theorie schon längst vermutet, konnte dies nun pferdegerecht mit technischen Hilfsmitteln dargestellt werden.
Sehr gefallen hat mir auch der von Ralf Döringshoff ganzheitliche Zusammenhang zwischen dem LSÜ (Lumbosakralen Übergang) und dem emotionalen Zustand des Lebewesens, welcher besonders züchterisch nicht unerheblich sein sollte – Eine lange Lendenpartie oder ein tief angesetzter Schweif begünstigen also Verspannungen, im physischen als auch psychischen Bereich.

Besonders freute ich mich über ein Wiedersehen mit der deutschen MTAP-Institutsleiterin Tanja Richter und Dr. Andrea Wüstenhagen, letztere als meine ehemalige Lehrgangsleiterin.
Die netten Neukontakte zu meinen deutschen Kolleginnen und der Informationsaustausch mit ihnen waren ebenfalls sehr bereichernd und ich hoffe, dass wir uns auf dem ein oder anderen Fachseminar wiedertreffen.

Teilnahme am Demo-Coaching mit Pferden, WKO-Workshop

Eine etwas andere Art von Kurs, besuchte ich vor ein paar Wochen am Reiterhof „Penta Stable“ in Michaelnbach: Eine Demo-Vorführung für pferdegestütztes Business-Coaching.
Veranstaltet von Frau in der Wirtschaft (WKO), nahmen etwa 50 Personen, vorwiegend Frauen, teil.
Die Vortragende Mag. Eveline Doll, Unternehmensberaterin und leidenschaftliche Pferdenärrin, machte ihr Hobby zum Beruf und unterstützt mit dem Pferde-Coaching Führungskräfte und Teambuilding im Alltag. (www.solid-partners.at)
Aufgaben wie ein Pferd ohne direkten Körperkontakt über Planen oder Slalom durch Pylonen geleiten, stellten eine große Herausforderung für die freiwiligen Aktiven dar, welche sich in der Gruppe die Aufgaben verteilen sollten. Nicht immer herrschte Einigkeit über Planung, Ablauf und Durchführung – Wie eben auch unter Arbeitskollegen im Job.
Das Pferd reagiert direkt und präsentiert uns einen unbeschönten Blick in den Spiegel.
Sehr interessante Aspekte für das Pferd-Mensch-Miteinander und einen tollen Überblick konnte ich an diesem Abend mit nach Hause nehmen.

Die Muskelphysiologie des Pferdes, Seminar bei Tanja Richter

Die deutsche Human- und Pferdephysiotherapeutin Tanja Richter war Anfang September in meiner Nähe für einen interessanten Tageskurs über die Muskelphysiologie des Pferdes anzutreffen. Es gab wieder allerlei Diskussionen zu aktuellen Forschungen, wie beispielsweise das Thema, welche Muskeln den Reiter hauptsächlich tragen. Interessanter Weise dürften die Bauchmuskeln hierbei eine geringere Rolle spielen als bisher angenommen. Auch wurde im Praxisteil auf die Kompensationsfähigkeit bestimmter Muskeln bzw. Gruppen bei Überlastung bzw. Bewegungseinschränkungen hingewiesen. Die Muskelphysiologischen Grundlagen wie der Aufbau, die Funktion und Trainingsmöglichkeiten kamen aber auch im Theorieteil nicht zu kurz.
Besonders gut gefiel mir vor allem, dass mittlerweile ein Umdenken statt findet: Weg vom Kadaver-Gehorsam, hin zum denkenden und mitfühlenden Lebewesen und seinen natürlichen Bedürfnissen.
Danke auch wieder an Claudia Wobornik von SeminArt für die wie immer perfekte Organisation.

NEU: Mykoberatung für Tiere

Ab sofort kann ich interessierten Tierbesitzern (von der Maus bis zum Pferd) die Mykoberatung anbieten.
Mykoberatung umfasst die Pilzkunde unter Ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten.
Der Reishi, Cordyceps oder ABM sind nur einige der vielen Namen, welche sich hier finden und den Organismus positiv beeinflussen können. Am wirksamsten sind diese, wenn das Pulver vom ganzen Pilz verwendet wird, d. h. Fruchtkörper und Mycell.
Durch die durchwegs hohe Akzeptanz, ergibt sich ein sehr breites Einsatzgebiet.

Bitte kontaktieren Sie mich bei Fragen oder Interesse!
Bei kranken Tieren arbeite ich gerne mit ihrem behandelnden Tierarzt zusammen.

Teilnahme am Clickerkurs von Babette Teschen

Jedes Jahr ein Fixtermin für mich: Babette Teschen in Pennewang.
Ob Clickertraining oder ihr legendärer Longenkurs – Eine Teilnahme zahlt sich immer aus. Dieses Jahr entschied ich mich für den Clickerkurs, denn ich wollte schon länger an der Verfeinerung dieses wertvollen Trainingsmittels arbeiten und neue Ideen sammeln. Auch erhoffte ich mir insgeheim weitere Lösungsansätze für das Verladeproblem meiner Stute, aber dazu später mehr.
Einerseits bewundere ich die Ruhe und Gelassenheit, welche Babette auch bei jungen oder unruhigen Pferden in jeder Situation ausstrahlt, andererseits bekomme ich dort so viel neues Input, das ich selber versuche Zuhause und auf meinen eigenen Kursen umzusetzen. Heuer stellte diese gedankliche Anregung mitunter das Target dar. Das Target, es kann wie eine überdimensionale Fliegenklatsche aussehen, soll für das Pferd ein Objekt darstellen, welches bei Berührung die positive Verstärkung konditionieren soll. Auch üblicherweise stressige Situationen wie das Verladen oder der Hufschmied können so trainiert und „entkrampft“ werden. Für mich bedeutet dies, dass ich meine Stute zuerst an das Target gewöhnen werde und wir uns dann nach und nach an den Anhänger herantasten. Jedes Entgegenkommen wird belohnt, bis schließlich das Pferd völlig freiwillig in den Hänger einsteigt. Soweit zur Theorie – Ich werde euch über unser Training am Laufenden halten… 🙂
Babette geht auf alle gestellten Fragen genauestens ein und erklärt Schritt für Schritt den Weg.
Insgesamt wurden an diesem Tag sechs verschiedene Pferde vorgestellt: Vom Jungspund bis zum erfahrenen Clickerprofessor war alles vertreten und ermöglichte auch uns Zuschauern einen tollen Einblick.
Ein Highlight bildete die von Michi und Sanna präsentierte Hoola-Hoop-Showeinlage, bei der Sanna sich selbstständig den Reifen über den Kopf zog und wieder fallen ließ. Doch auch die anderen Pferde zeigten alle eine prima Leistung und waren von Anfang an zugänglich für das Clickern. Ohne ins Betteln zu verfallen, wurden an diesem Tag schon kleine Lektionen wie das Kompliment erarbeitet, denn das richtige Timing und die Grunderziehung sind Voraussetzung für diese Trainingsmethode, wenn nicht sogar der wichtigste „Baustein“ des Clickerns.

Organisiert wurde die Veranstaltung wieder von SeminArt, Claudia Wobornik. Vielen Dank Claudia, dass du immer wieder so tolle Trainer und Referenten findest, vor allem aber diese auch nach Oberösterreich holst.